Sonntag, 27. September 2009
antagonistisches Wählen
Heute ist Wahl. Was soll ich bloß wählen?
Der Wahlomat (www.wahlomat.de) wäre fast einen eigenen Beitrag wert. Frage ich diesen, dem Niveau der deutschen Demokratie angepassten Hilfe-Tool, soll ich die FDP wählen. SUPER! Mach ich dann doch einfach mal. Ich fühl mich bei der Wahl sowieso wie jemand, der Vegetarier ist und in einem Restaurant aus einer Speisekarte wählen soll, auf der nur Fleischgerichte angeboten werden.

Wann endlich höre ich Politiker zugeben: "Wir wissen nicht, wie man die globalen Probleme von heute lösen kann." Frau Merkels Kampagne "Wir haben die Kraft" ist ja ganz nett. Doch wer ist WIR? Das Kabinett? Die Deutschen? Wenn sie die Deutschen damit meint, aus welchem Grund bedient sie sich nicht dieser Kraft?

Wir haben heute Möglichkeiten die "Kraft" des Volkes direkt wirken zu lassen. Demokratie heißt wörtlich übersetzt: "Die Kraft des Volkes".

Ehrlich wäre aus meiner Sicht als gute Politikerin zu sagen: "Wir haben keine Lösungen für die Probleme. Wir glauben aber daran, dass es Lösungen gibt. Liebe Deutsche, ihr werdet ab jetzt in die direkte Verantwortung genommen. Informiert euch, lest und bildet euch. Denn in Zukunft fragen wir EUCH, was ihr denkt, wie sich die Probleme lösen lassen!"

Herden von Programmieren sollen an Tools arbeiten, in denen die Bevölkerung über das Internet Gesetze ausmisten, überarbeiten und neuschreiben kann. Und anstatt Sonntag abend Tatort zu gucken, setzt sich der "gute Deutsche" an "Lexipedia" und gestaltet seine Republik mit. Dieses sonntägliche Ritual wäre für meinen Geschmack einflußnehmender als diese heutige "Wahl".

Leute, wir bewegen uns mit dieser Art von Wahlen mit einer Dampfmaschine vorwärts, während alle Techniken für den Bau von Autos bereits vorliegen.
Vielleicht werden wir in vier Jahren die Wahl haben, in ein Auto einsteigen zu dürfen. Oder anders gesagt, vielleicht kommt der Koch aus dem obigen Restaurantbeispiel mal aus der Küche und bietet den Gästen an, aus einer Vielfalt an Zutaten die Sachen selber zu kochen, die ihnen schmecken!



Mittwoch, 9. September 2009
keine Entschuldigung
Ich rufe jemanden an, ob er mir bei einer Angelegenheit helfen kann. Kann er leider nicht. Daraufhin ich: "Bitte entschuldigen Sie die Störung." Daraufhin er: "Keine Entschuldigung."

Dieser Mensch kam aus Wien und vielleicht ist es der Wiener Sprachgebrauch. Dennoch bin ich von der Formuierung beeindruckt!

Sich "bei jemandem zu entschuldigen" ist doch eine Frechheit, wenn man es genau nimmt. Soll man seine "Schuld" doch alleine entsorgen und nicht bei anderen abladen. Also bei mir entschuldigt sich jetzt bitte auch keiner mehr. Wer Entschuldigung wünscht kann zur katholischen Kirche auf den Beichtstuhl gehen. Bei mir gibts erstmal keine mehr.



jedem seine Lieder
am Wochenende war ich bei einer Freundin, die einer buddhistischen Gruppe angehört. Die Weltanschauung der Buddhisten gefällt mir grundsätzlich gut. Skeptisch werde ich in dem Moment, wo angefangen wird zusammen zu singen.

Damals bin ich schon aus der SPD ausgetreten, weil mir das suspekt war. Gemeinsam Texte zu singen hat für mich immer etwas von Brainwashing. Wenn ein Inhalt in einer Gruppe mit Liedern transportiert wird, schüttelts mich! Gruppen sollten die Inhalte und die Taten dafür, Ziele zu erreichen, als zusammenschweissendes Element ausreichen. Jeder Mensch ist in der Gefahr, in einer Gruppe der Versuchung zu erliegen, persönliche Verantwortung abzugeben. Wir haben schreckliche Beispiele dafür in der europäischen Geschichte, was dann passieren kann.

Also Leute, singt meinetwegen unter der Dusche, auf dem Fahrrad oder bei Deutschland sucht den Superstar. Aber bleibt Souverän Euer selbst!



Montag, 31. August 2009
Superwahljahr
Noch nie waren Wahlen so langweilig.

Es werden Figuren auf einer Ebene geschoben, die keinen Bezug zum "echten Leben" hat. Es ist als hätte man einen Mückenstich und kann aber nur auf der Jacke kratzen.

Wenn man die "Willi-Wahl" mit der vorausliegenden Bundestaswahl vergleicht stellt sich ein Gefühl ein, was ähnlich dem ist, wenn man sich auf dem Rummelplatz auf ein Kinderkarussel verirrt hat und auf quietschbunten Figuren im Schrittempo im Kreis fährt.



Freitag, 26. Juni 2009
Deutschland hat Blähungen
"Eine gute Regierung ist wie eine geregelte Verdauung; solange sie funktioniert, merkt man von ihr kaum etwas."

Erskine Caldwell

ohneworte